Von:
Irmgard Hoffmann

e-woche.de

Sucht man bei Google nach „Woche“, erscheint als erste Information „1 Woche = 7 Tage“. Eine Binsenweisheit könnte man meinen. Doch es gibt tatsächlich Wochen, die länger als sieben Tage dauern - z.B. die „Kieler Woche“, die „Grüne Woche“, die „Faire Woche“ oder die „Interkulturelle Woche“.

In Augsburg gibt es jeden Oktober eine „Evangelische Woche“ - etwa elf Tage lang. Sie greift theologische und sozialethische Themen auf und endet mit dem Reformationsfest am 31. Oktober, einem typisch evangelischen Fest. Doch wozu brauchen evangelische Christen eine eigene Woche? Sollten sie nicht jeden Tag ihren Glauben leben? Sicherlich - doch die besondere Konzentration auf elf Tage sorgt für öffentliche Wahrnehmung, gibt Impulse für die Stadtgesellschaft und fördert protestantisches Selbstbewusstsein: sich informieren, mit anderen austauschen, sich eine fundierte Meinung bilden zu Themen wie Macht oder Gerechtigkeit und miteinander singen und beten.

Die biblische Woche jedoch hat immer sieben Tage, schon von Anfang an: Gott schuf die Erde in sieben Tagen – genauer gesagt in sechs, denn am siebten Tag ruhte er. Das soll auch für die Menschen gelten. Kein Einerlei der Tage, sondern ein Pausentag in der Woche. Er sorgt für Struktur und hilft, der Alltagshektik zu entfliehen. Eine gute Regelung.

Ob nun der Sonntag den allgemeinen Trott durchbricht oder eine besondere Woche im Jahr wie die Weihnachtswoche, die Urlaubswoche oder die Evangelische Woche – Rhythmus tut uns Menschen gut. Ein Wechsel von Ruhe und Anspannung, von Reden und Schweigen von Arbeiten und Feiern ist in jedem Fall von Gott gewollt.